Massivholzböden
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Arten von Massivholzböden
Massivholzboden ist nicht gleich Massivholzboden. Neben der Holzart variiert auch das Format, wodurch Raumwirkung und Ästhetik beeinflusst werden.
| Format | Beschreibung |
|---|---|
| 3‑Schicht‑Parkett | 3‑Schicht‑Parkett besteht, wie der Name sagt, aus drei Lagen Holz. Die Nutzschicht ist mindestens 3,5mm dick; darunter liegt eine Mittellage (Birke/Nadelholz, 90° verleimt) und ganz unten der Gegenzug (ebenfalls 90° verleimt). Dieser Aufbau sorgt für hohe Formstabilität und minimiert Fugenbildung. |
| Massivholzdielen | Massivholzdielen bestehen aus einem durchgehenden Stück Massivholz. Sie erzeugen eine besondere Raumwirkung und sind mehrfach abschleif‑ und renovierbar, was ihre Lebensdauer deutlich verlängert. |
Merkmale von Massivholzböden
Massivholzböden zeichnen sich durch eine Reihe positiver Eigenschaften aus, welche die ästhetischen Qualitäten des Bodenbelags ideal ergänzen.
Massivholzböden sind fußwarme Bodenbeläge und je nach Stärke mehrfach abschleifbar. Dadurch erreichen Massivholzböden eine lange Lebensdauer, wodurch sich ihr ökologischer Fußabdruck verbessert. Während der Wachstumsphase speichert das benötigte Holz darüber hinaus große Mengen CO₂, was zusätzlich die CO₂-Bilanz verbessert. Der Rohstoff Holz ist ein offenporiges Material, welches – bei nicht versiegelten Böden – zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit beitragen kann. Massivholz nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt diese wieder ab, sobald die Raumluftfeuchte sinkt. Gleichzeitig besitzt ein massiver Holzfußboden die Eigenschaft leicht zu federn, was gelenkschonend wirkt.
Massivholzböden sind weiterhin wegen ihrer Langlebigkeit beliebt. Sie können, je nach Stärke, wiederholt abgeschliffen und aufgearbeitet werden, wodurch auch Jahrzehnte alte Dielen wie neu erscheinen können. Diese lange Lebensdauer trägt zum nachhaltigen Charakter dieses Bodenbelags bei. Während seiner Lebensdauer „arbeitet“ ein Massivholzboden, wie jedes andere Holzbauteil auch, was sich im Quell- und Schwindverhalten niederschlägt. Je nach Holzart dehnt sich oder schwindet das Holz unterschiedlich stark und schnell. Zusätzlich wird dieses Verhalten aber auch von der Raumluftfeuchte, von der Bodenpflege und vom Heizverhalten bestimmt. Damit ein Massivholzboden lange Freude bereitet, gilt es diese einfachen Grundsätze zu verfolgen:
- Eine gute Belüftung ist wichtig, damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann. In der Praxis erweist sich eine Luftfeuchtigkeit von 40 - 60 % als günstig. Dies kann beispielsweise mit einem Hygrometer überwacht werden.
- Beim Verlegen des Bodens sollte ein Abstand von mindestens 1,5 cm zur Wand eingehalten werden. Auf diese Weise kann der Boden sich bei steigender Luftfeuchtigkeit ausreichend ausdehnen und der Entstehung von Spannungsrissen oder Knarzgeräuschen wird vorgebeugt.
Verlegung von Massivholzböden
Beim Verlegen sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken über die ästhetische Gestaltung des Raumes machen und die Verlegerichtung des Holzbodens entsprechend wählen.
Das Holz sollte bereits mindestens drei Tage vor Verlegebeginn in dem für den Boden vorgesehenen Raum gelagert werden, damit es sich akklimatisieren kann. Die Dielen sollten weiterhin erst kurz vor der Verarbeitung ausgepackt und harmonisch nach Maserung und Farbe angeordnet werden. Mindestens drei Tage vor Beginn der Verlegearbeit sollte ein angemessenes Raumklima (ca. 20 °C, Luftfeuchte zwischen 40 und 60 %) geschaffen werden und vor dem Verlegen sind die geltenden Verabeitungsvoraussetzungen nach VOB Teil C DIN 18202 Parkettarbeiten zu prüfen und einzuhalten. Der Untergrund muss trocken, staub- und fettfrei, ganzflächig tragfähig und eben sein. Zu diesem Zweck kann es notwendig sein eine Spachtelung vorzunehmen, um Hohlstellen zu minimieren. Falls die Gefahr von aufsteigender Feuchtigkeit besteht, muss eine Feuchtsperre nach DIN 18336 eingebaut bzw. aufgebracht werden. Dies kann beispielsweise bei nicht unterkellerten Räumen, Betondecken und nicht beheizten Garagen der Fall sein. Bei der Verlegung auf Lagerhölzern kann dies z. B. eine 200µ Folie sein, welche im ganzen Raum ausgelegt wird. Massivholzböden können aber auch schwimmend verlegt oder verklebt werden. Unabhängig von der Verlegeart sollten die einzelnen Holzdielen immer versetzt verlegt werden, damit die volle Tragfähigkeit des Bodens gewährleistet werden kann. Die letzte Diele einer Reihe wird passend zugeschnitten, wobei das abgeschnittene Dielenstück als erstes Stück der nächsten Reihe verwendet wird. Auf diese Weise entsteht meist automatisch eine gewisse Unregelmäßigkeit. Die einzelnen Verlegemöglichkeiten sind hier nochmal aufgeschlüsselt.
Auf Lagerhölzern / Holzunterboden
Bei alten Holzbalkendecken oder bereits vorhandenen Unterkonstruktionen ist darauf zu achten, dass die Balken waagerecht und die Abstände zwischen den einzelnen Balken so geartet sind, dass sie der Tragfähigkeit des zu verlegenden Bodens entsprechen. Bei neu erstellten Unterkonstruktionen empfiehlt es sich zur Trittschalldämmung Hanffaserdämmstreifen unter die Lagerhölzer zu legen. Die Lagerhölzer bilden dabei eine ökologische Alternative zum herkömmlichen Estrich. Alternativ können die Dielen auch direkt auf dem alten, vorab gereinigten Holzboden verlegt werden. In diesem Fall müssen die Dielen quer zur Richtung der alten Dielen verlegt und auf eine wandangrenzende Fuge zur Be- und Hinterlüftung geachtet werden. Als Trennlage bzw. Trittschalldämmung wird ebenfalls Hanffilz, Rollkork oder Ähnliches ausgelegt. Beträgt die Deckbreite quer zur Längsrichtung mehr als 8 m, so ist es empfehlenswert einen Korkstreifen als Bewegungsfuge einzubauen. Während der Montage empfiehlt es sich die Hölzer mit Latten und Nägeln gegen Verrutschen zu sichern und der Abstand der Hölzer sollte längsseits zur Wand etwa 8 – 10 cm betragen. Die Abstandklötze für die Randfugen müssen nach der Verlegung sofort entfernt werden.
Unbeheizte Estriche:
- Zementestriche < 2,0 CM-%
- Calciumsulfatestriche < 0,5 CM-%
Beheizte Estriche:
- Zementestriche < 1,8 CM-%
- Calciumsulfatestriche < 0,3 CM-%
Zur Verklebung der Dielen empfiehlt sich ein lösemittelfreier, elastischer und schubfester Parkettklebstoff. Dank der schubfesten, elastischen und materialgerechten Verklebeweise verringern sich die Schubspannungen zwischen Massivholzdielen und Unterboden, wodurch diese Methode auch für anspruchsvollere Hölzer wie Ahorn und Buche geeignet ist.
Mit einer Klebepistole oder einem Zahnspachtel wird der Kleber auf den Untergrund aufgetragen und die Dielen anschließend gut in das Klebstoffbett eingedrückt, damit die Dielenrückseite vollständig mit dem Kleber benetzt wird. Bei vielen Holzarten können ein nachträgliches Anklopfen und Beschweren der Dielen notwendig sein. Auch beim Verkleben gilt es einen ausreichenden Mindestabstand zur Wand von mindestens 15 mm einzuhalten.
Bei Trockenestrichen sind die Angaben des Estrichherstellers, sowie des Klebstoffherstellers genau zu beachten, da dort eine besondere Vorgehensweise gefragt ist und nicht immer vollflächig verklebt werden kann. Gegebenenfalls muss dann mit einer Entkopplungsmatte gearbeitet werden muss.
Massivholz schwimmend verlegen
Bei der schwimmenden Verlegung wird komplett ohne Kleber oder Schrauben verlegt, einzig eine Trittschalldämmung wird vor dem Verlegen der Dielen ausgebreitet. Vor allem geeignet ist diese Verlegungsart bei Untergründen, die lediglich ein geringe Aufbauhöhe für Unterbaukonstruktionen zulassen. Dies schließt eine Fußbodenheizung aus. Durch die Trittschallunterlage entsteht aber eine zusätzliche Schicht, welche gegen Wärme dämmt und den Schall reduziert. Beim Verlegen werden zunächst etwa 3 Dielenreihen zusammengeführt, bevor der Abstand zur Wand justiert wird. Zu diesem Zweck werden Keile zwischen Fußboden und Wand in einem Abstand von etwa 15 mm platziert. Dieser Abstand gewährleistet, dass das Holz später gut arbeiten kann. Dies ist auch der große Vorteil an der schwimmenden Verlegung: Da ohne Schrauben und Klebstoffe gearbeitet wird, kann der Boden sich (bei ausreichenden Fugen zur Wand) problemlos ausdehnen und auch schwinden. Gleichzeitig ist keine Gesundheitsbelastung durch Klebstoffe zu befürchten.
Holz im Bad verlegen
Hartnäckig hält sich das Vorurteil Holz könne nicht im Bad eingesetzt werden, da Wasser und Holz natürliche Gegenspieler wären. Dem ist aber nicht so. Holz und Wasser können sehr gut harmonieren, das zeigt sich schon an vielen Tür- und Fensterelementen. Diese müssen Witterungen standhalten, die meist schlimmer sind als die zu erwartenden Bedingungen in einem Badezimmer.
Holz kann damit sehr gut umgehen. Durch die Fähigkeit Feuchtigkeit zu einem gewissen Maß zu regulieren, trägt es zu einem gesunden Raumklima bei. Natürlich ist eine gewisse Vorsicht trotzdem anzuraten und das Holz sollte nicht regemäßig mit Wassermassen in Kontakt treten. Auch häufiges Lüften ist zu empfehlen, da die Schimmelgefahr um ein Vielfaches minimiert wird, das ist aber auch in allen anderen Räumen anzuraten. Besonders gut eignen sich Kiefer, Buche oder Esche für den Einsatz im Bad. Allgemein lassen sich vor allem „ruhigere Hölzer“ für Bäder empfehlen. Diese arbeiten weniger und können sich so besser mit der Feuchtigkeit arrangieren. Zwei- bis dreimal jährlich sollte man den Boden mit Hartwachs-Öl, z.B. Volvox Hartwachsöl, für einen optimalen Schutz behandeln. Alternativ kann ein Holzfußboden im Badezimmer auch lackiert werden. Dabei wird die Oberfläche versiegelt und dadurch strapazierfähiger sowie wasserabweisend. Gleichzeitig wird der Boden jedoch auch abgesperrt, wodurch das Holz keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann. Beim Lackieren muss äußerst gründlich gearbeitet werden: An Fehlstellen kann sonst Wasser unter die Lackschicht gelangen und das Holz dort aufquellen lassen, wodurch unschöne Schäden am Boden entstehen können.
Fußbodenheizung unter Massivholzböden
Auch wenn das Material Holz bereits zu einem angenehm warmen Wohngefühl beiträgt, ist es durchaus möglich den Boden mit einer Fußbodenheizung zu ergänzen. Man sollte jedoch beachten, dass sich nicht jede massive Holzart für eine Fußbodenheizung eignet.
Das massive Holz leitet die Wärme weniger gut und „arbeitet“ durch die zusätzliche Hitze mehr. Es entstehen folglich höhere Heizkosten und die Gefahr für Sprünge und Fugen wird erhöht. Die Wärme wird aber auch länger gespeichert und Sprüngen und Fugen kann man entgegenwirken, indem man Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant hält. Da können ein Luftbefeuchter oder ausreichend viele Zimmerpflanzen in den Wintermonaten, Abhilfe schaffen. Bei der Montage einer Fußbodenheizung unter einem Holzfußboden müssen die Verarbeitungshinweise aller beteiligten Hersteller (Fußbodenheizung, Kleber, ggf. Dämmung & Holzboden) beachtet und eingehalten werden. Zusätzlich müssen geltende Vorschriften eingehalten werden.
Insgesamt ist es also durchaus möglich einen Holzfußboden über einer Fußbodenheizung zu verlegen. Alternativ bieten sich auch eine Wand- oder Deckenheizung in Räumen mit Massivholzböden an.
Nachbehandlung und Pflege
Falls der Massivholzboden in rohem Zustand verlegt wird, ist im Nachgang mindestens ein Sauberkeitsschliff nötig, damit er anschließend mit dem entsprechenden Oberflächenmaterial behandelt werden kann. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie diese durchgeführt werden, haben wir in der Kategorie Bodenbehandlung zusammengefasst.
Wird der Boden fertig vorbehandelt bestellt, so ist lediglich eine Einpflege mit einem Pflegeöl notwendig.
Da es sich bei Holz um ein Naturprodukt handelt, unterliegt es den natürlichen Bedingungen von Quellen und Schwinden bei räumlichen Klimaschwankungen. Daher sollte darauf geachtet werden, dass die Raumtemperatur im Rahmen der Nutzung zwischen 20 +/- 2 °C und die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % liegt.
Werden diese Werte eingehalten, so entsteht ein gesundes Raumklima, welches noch durch mäßiges Heizen, regelmäßiges Lüften, einen Luftbefeuchter und das Aufstellen von Zimmerpflanzen unterstützt werden kann.
Die nasse Reinigung sollte etwa zweimal im Monat mit der 2-Eimer Wischtechnik und einem geeigneten Reinigungs- und Pflegeprodukt durchgeführt werden. Für die Reinigung dürfen ausschließlich reine Baumwolltücher verwendet werden, da Mikrofasertücher die Pflegeprodukte aus dem Holz mitaufnehmen.
Holzfeuchte
Holz hat die Eigenschaft sich mit seiner eigenen Feuchtigkeit an das Klima der Umgebung anzupassen. Dies nennt man Holzausgleichsfeuchte und diese kann vor allem in den Wintermonaten durch beheizte Räume in Mitleidenschaft gezogen werden. In der folgenden Tabelle sind die entsprechenden Werte abzulesen:
| rel. Luftfeuchte | Temperatur(°C) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 10 | 15 | 20 | 25 | 30 | 35 | 40 | |
| 90% | 21,1 | 21,0 | 21,0 | 20,8 | 20,0 | 19,8 | 19,3 |
| 85% | 18,1 | 18,0 | 18,0 | 17,9 | 17,5 | 17,1 | 16,9 |
| 80% | 16,2 | 16,0 | 16,0 | 15,8 | 15,5 | 15,1 | 14,9 |
| 75% | 14,7 | 14,5 | 14,3 | 14,0 | 13,9 | 13,5 | 13,2 |
| 70% | 13,2 | 13,1 | 13,0 | 12,8 | 12,4 | 12,1 | 11,8 |
| 65 % | 12,0 | 12,0 | 11,8 | 11,5 | 11,2 | 11,0 | 10,7 |
| 60% | 11,0 | 10,9 | 10,8 | 10,5 | 10,3 | 10,0 | 9,7 |
| 55% | 10,1 | 10,0 | 9,9 | 9,7 | 9,4 | 9,1 | 8,8 |
| 50% | 9,4 | 9,2 | 9,0 | 8,9 | 8,6 | 8,4 | 8,0 |
| 45% | 8,6 | 8,5 | 8,3 | 8,2 | 7,9 | 7,5 | 7,1 |
| 40% | 7,8 | 7,8 | 7,5 | 7,4 | 7,0 | 6,6 | 6,3 |
| 35% | 7,0 | 6,9 | 6,8 | 6,4 | 6,3 | 5,8 | 5,5 |
| 30% | 6,2 | 6,1 | 5,9 | 5,7 | 5,3 | 5,0 | 4,7 |
| 25% | 5,4 | 5,4 | 5,0 | 4,8 | 4,5 | 4,2 | 3,8 |
Ablesebeispiel: Bei 15°C und 55% rel. Luftfeuchte entspricht die Holzausgleichsfeuchte 10%.
Es empfiehlt sich, die Luftfeuchtigkeit durch Pflanzen oder einen Luftbefeuchter zu erhöhen, um Austrocknung des Holzes zu verhindern und ein gesundes Wohnklima zu fördern.